21.11.2014 10:00 Alter: 2 yrs

Märkische Oderzeitung vom 21.11.2014: Schalom und Salam


Workshop: Das Projekt wird von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" gefördert. © Peter Staffa

Frankfurt (MOZ) Seit nunmehr 15 Jahren existiert "Building Bridges", ein internationales Projekt mit deutschen, jüdischen Israelis und palästinensischen Israelis und auch polnischen Jugendlichen - hervorgegangen aus dem ehemaligen Friedrichsgymnasium. Das Projekt wird von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" gefördert.
    
Nach der Rückkehr aus Israel schrieb der Frankfurter Pädagoge Peter Staffa: "Schalom und Salam sagt man hier zur Begrüßung. Und an vielen Orten kann man das Schild ,Go in Peace' lesen. Von Deutschland werden wir über Anschläge informiert. Wir bekommen nichts mit, obwohl wir manchmal nur 800 Meter davon entfernt sind. Nun waren wir - 18 Jugendliche und drei Projektleiter - für neun Tage in Israel. Genau auf den Monat vor 15 Jahren begann unser Projekt. Es ist schon fast eine andere Generation, die nunmehr dabei war.
Sicher: Totes Meer, die drei heiligen Stätten in Jerusalem, Mea Sharim, Yad Vashem, See Genezareth, die Taufstelle von Jesus... - es waren historisch-kulturelle Höhepunkte. Aber die Begegnungen mit Menschen waren für die Jugendlichen noch emotionaler."
Lara Lemke, die im OSZ Frankfurt in die 12. Klasse geht, resümierte: "Das Zusammentreffen zwischen allen war sehr aufregend. Niemand genau wusste, wie die anderen auf einen reagieren. Nach einer Nacht bei den Gastfamilien war ich echt froh, wie offen ich bei meiner arabischen Gastfamilie aufgenommen wurde. Als wir uns dann alle bei dem Workshop austauschen und kennenlernen, fand ich die Stimmung recht locker. Mir wurden die Augen geöffnet und mir wurde klar, wie einfach man Hass auf Menschen projizieren kann, auch wenn man diese Personen sehr gern hat. Dieses Projekt hat mich wirklich verändert - und das im positiven Sinn, denn ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt und habe neue Freunde gewonnen."
"Für uns als Projektteam bleibt, was die Jugendlichen ausdrückten: Offenheit für eine andere Kultur, für Gastfreundschaft, für neue Horizonte, für ein Miteinander zwischen allen Beteiligten", zog Peter Staffa Bilanz. "Und sicher wurden uns auch die Spannungen in Israel bewusst: Dann, wenn der jüdische Busfahrer sich weigert, in das arabische Dorf in Israel zu fahren. Oder wenn der arabische Projektleiter seinen Mädchen verbietet, am Fußballspiel teilzunehmen. Es bleibt aber trotzdem für uns: Die persönlichen Begegnungen zwischen den Jugendlichen - zwischen jungen Menschen, die noch bei der Formung ihres Weltbildes sind - kann niemand auslöschen. Sie verändern zu Offenheit und die Jugendlichen begreifen, wo Ausgrenzung beginnt."


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